Ich will die Regierung stürzen…

Täglich ein Grund die Regierung in Sachsen zu stürzen. Nenn uns deinen unter #regierungstuerzen oder schick uns ein Foto an website@linksjugend-sachsen.de

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Integrative Beschulung kann gelingen, reicht aber nicht.

Werner Kujat, 23 Jahre, aus Leipzig kommend und dort lebend, studiert Sonderpädagogik auf Staatsexamen und engagiert sich vor allem in der Inklusions- und Bildungspolitik. Er steht auf Listenplatz 34.Werner Kujat, 23 Jahre, aus Leipzig kommend und dort lebend, studiert Sonderpädagogik auf Staatsexamen und engagiert sich vor allem in der Inklusions- und Bildungspolitik. Er steht auf Listenplatz 34.

 

Ich habe in den letzten Jahren so einige Schulen in Sachsen kennen gelernt. Grundschulen, Förderschulen, integrative Schulen und freie Schulen. Als Lehramtsstudent liegt das ja auch nah. Zuletzt durfte ich an einer Grundschule die Integration von Schüler_innen mit dem Förderschwerpunkt Sprache und emotional-soziale Entwicklung beobachten. Ich war in einer 1. Klasse mit 28 Kindern. Kein leichter Job für die hoch engagierte Lehrerin. Was ich hier besonders erwähnen möchte ist der Umgang mit einem Schüler mit kreativem Verhalten – andere würden sagen: Verhaltensauffälligkeiten.

Menschen mit so genannten Verhaltensauffälligkeiten handeln anders als es die Normen unserer Gesellschaft erwarten lassen. Der Umgang mit Angst, Wut, Freude oder Trauer unterliegt oft nicht der vollen Selbstkontrolle. So wird Verhalten gesellschaftlich negativ, also von der Norm abweichend, interpretiert oder nicht verstanden. Ziel der Pädagogik ist, dass Menschen mit emotional-sozialer Entwicklungsstörung kompetenter mit sich selbst und der Umwelt interagieren können. Die kognitiven Fähigkeiten spielen dabei keine Rolle – den Grundschüler habe ich als recht intelligent wahrgenommen. Aber weg von den Begriffen.

In ihrem ersten Schuljahr haben die Schüler_innen den fairen Umgang miteinander lernen sollen. Vereinbarte Regeln, ritualisierte Tages- und Wochenabläufe sowie erworbene Selbstständigkeit haben dabei geholfen. Der besagte verhaltenskreative Schüler lernte sich besser zu kontrollieren, durfte, wenn es ihm zu viel wurde, auch aus dem Zimmer und sich seinen Freiraum suchen. Spannend ist, dass die anderen Schüler_innen sich auf ihn eingestellt haben. Sie wissen, mit welchem Verhalten er nur provoziert und wie sie mit unangebracht scheinendem Verhalten umgehen können. Dies liegt nicht an den Bedingungen in der doch sehr großen Klasse, sondern an dem spezifischen Engagement der Lehrerin. Das nenne ich dann gelungene Integration in der Schule.

Das kann jedoch nur einen Anfang bedeuten. Wir wollen Inklusion. Nicht nur, aber auch in der Schule. Dabei müssen wir alle Menschen als Individuen sehen, mit eigenen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Potentialen. Wie bei dem Schüler mit kreativem Verhalten sollen Schüler_innen Kompetenzen erwerben, sich entwickeln – sich aber nicht normgerecht dem Rest der Gesellschaft anpassen. Verändern muss sich nicht der Mensch. Die Bedingungen, die Umstände sind es, die wir verändern müssen. Im konkreten Fall müsste die Klasse deutlich kleiner werden und es sollten zwei Pädagog_innen als Team in jeder Gruppe arbeiten. Damit wäre mehr Zeit für die Schüler_innen gegeben. Zeit und Zuwendung, die sie benötigen und verdienen.

Wir brauchen auch barrierefreie Schulen. Das heißt nicht nur rollstuhlgerecht, sondern die Anwendung von leichter Sprache, Blindenleitlinien und Gebärdensprache. Dass Förderschulen wie Gymnasien damit abgeschafft werden müssen, ist klar. Denn Inklusion geht nur in einer Schule für alle!

Linksjugend [‘solid] Sachsen will die Regierung stürzen

+++ eigene Wahlkampagne gestartet +++ fahrscheinfreier ÖPNV,  Wahlalter „Null“, humane Drogenpolitik und Abschaffung der Schulnoten sind Schwerpunkte der Kampagne +++

Die Linksjugend [‘solid] Sachsen startet heute ihre Kampagne zur Landtagswahl unter dem Motto „Alles was ich will, ist die Regierung stürzen!“ und schickt 6 junge Kandidierende auf eine Tour quer durch Sachsen. Auf der Tour besuchen die jungen Kandidatinnen und Kandidaten alle 10 Landkreise in Sachsen und bieten unterwegs Workshops und Veranstaltungen an. 
Heute hat die Linksjugend ['solid] Sachsen auch die inhaltlichen Schwerpunkte ihrer Kampagne präsentiert.
Anja Klotzbücher, junge Kandidatin (Listenplatz 15 der Partei DIE LINKE), nennt einige Kernforderungen, die der Jugendverband bei dieser Wahl aufzeigen will: „Wir wollen das Wahlrecht für alle Menschen einführen. Das heißt, dass endlich alle Menschen, die von Entscheidungen durch die Politik betroffen sind, auch mit entscheiden können. Wir fordern das Wahlalter „null“, also die Abschaffung der Altersgrenze bei Wahlen. Außerdem möchten wir das Wahlrecht für alle in Sachsen lebenden Menschen, unabhängig davon ob sie einen Deutschen Pass besitzen. Weiterhin streiten wir für die Abschaffung von Schulnoten und wollen stattdessen individuelle Bewertungsmodelle einführen“. 
Marco Böhme, ebenfalls ein junger Kandidat (Listenplatz 10 der Partei DIE LINKE) ergänzt: „Wir stehen auch für eine humane Drogenpolitik und fordern die Entkriminalisierung von Drogenkonsum. Die meisten gesundheitlichen Schäden rufen bei vielen illegalen Drogen zudem die Verunreinigungen und das 'strecken“ der Mittel hervor. Die reine Verbotspolitik ist hier nicht hilfreich, sondern schadet. Wir fordern daher mehr Beratung und Aufklärung über den Konsum von Drogen. Das gelingt jedoch nur, wenn Menschen dabei nicht stigmatisiert und in die Illegalität gedrängt werden. Weiterhin fordern wir kostenfreie Untersuchungsangebote über den Reinheitsgehalt von Substanzen und lizensierte Abgabestellen für Substanzen mit genauen Inhaltsangaben, wie es schon heute bei Bier und Tabak der Fall ist. Das kann ein Weg sein, um Verunreinigungen und damit erhebliche Beeinträchtigungen auszuschließen.“